
Moor
Die heilende Wirkung von Moor und Schlamm
Im Alltag kommen Wohlbefinden und Entspannung oft zu kurz. Bei vielen chronischen Erkrankungen kann darum ein Aufenthalt in einem (Moor-)Heilbad die ersehnte Entspannung und Schmerzlinderung bringen.
Heilsame Wärme spenden - Schmerzen lindern
Nicht erst seit Napoleon weiß man um die wohltuende Wirkung von Moor- und Schlammbädern. Schon die alten Griechen und Römer schätzten heilenden Schlamm und heiße Schlammquellen zur Entspannung und Heilung von Krankheiten. Bei Rheuma und Entzündungen des Verdauungstrakts, nach Verletzungen am Bewegungsapparat, bei chronischen Erkrankungen der harnableitenden Organe, Neurodermitis, Schuppenflechte und Frauenleiden sind Moorbäder und Schlammpackungen auch heute noch hilfreich und wohltuend.
Wie funktioniert die Moor- und Schlammanwendung?
Moor speichert viel mehr Wärme als Wasser und gibt diese nur langsam wieder ab. Dennoch wird das Bad auch bei Temperaturen von über 40 Grad Celsius nicht als heiß, sondern als angenehm warm und wohltuend empfunden. Im Laufe von 20 Minuten Badezeit steigt die Körpertemperatur um rund ein bis zwei Grad an. Ein künstliches Fieber entsteht, das Stoffwechselvorgänge ankurbelt und hilft, Schadstoffe aus dem Körper auszuschwitzen. Anders als bei gewöhnlichen Wannenbädern fehlt der Wasserdruck fast völlig, sodass Wärme- und Stoffaustausch durch die entspannte Haut ideale Voraussetzungen haben. Nach dem Moorbad sinkt die Körpertemperatur nur langsam wieder ab und es kommt zum sogenannten Nachschwitzen. Ausreichendes Trinken sollte dabei nicht vergessen werden!
Ganzkörperbäder und Teilanwendungen
Nicht jeder sollte ganz im warmen Moor- oder Heilschlammbad eintauchen. Bevor man seinen Gesundheitsurlaub mit Mooranwendung bucht, ist es ratsam, Rücksprache mit dem Hausarzt zu halten, um eventuelle Risiken auszuschließen. Patienten, die unter schweren Herz-Kreislauf-Problemen leiden, sollten auf ein Ganzkörperbad ebenso verzichten wie Menschen mit Krampfadern, akuten Entzündungen und offenen Hautwunden. Auch für Schwangere sind Mooranwendungen nicht angebracht. Moor- und Schlammpackungen, die nur auf einzelne Körperpartien angewendet werden, sind aber eine gute Alternative, da sie nur einzelne Körperpartien aufwärmen.
Diese Packungen kommen sogar noch wärmer auf die Haut. 42 bis 48 Grad Celsius sind üblich. Auch bei diesen Anwendungen empfindet man es zwar warm, aber nicht heiß. Haut, Muskeln und Bindegewebe werden durchwärmt, die Durchblutung angeregt, Verspannungen lösen sich und Schmerzen werden gelindert. Durch die erwärmte Haut können Wirkstoffe aus dem Schlamm oder Moor aufgenommen werden und ihre Wirkung entfalten. Viele Urlaubsanbieter haben kleine und große Anwendungspakete im Angebot, die man bei der Hotelbuchung gleich mit reservieren kann. Meistens ist dies sogar günstiger, als erst vor Ort die Angebote zu durchstöbern.
Was ist drin in Moor und Schlamm?
Moor und Heilschlamm wirken vor allem durch die Wärme. Aber auch der Anteil an Mineralien und die im Moor enthaltene Huminsäure haben eine gewisse medizinische Wirksamkeit. Sie sind antientzündlich und hautpflegend. Je nach Herkunft des Mediums weisen sie unterschiedliche Zusammensetzungen auf. Für wen welches Medium am besten geeignet ist, sollte im Gespräch mit dem Arzt oder der Ärztin geklärt werden.




